Die Mutanten aus Taka-Tuka-Land – wie sich Populisten popularisieren

Was waren das noch für Zeiten, als der stellvertretende Kanzler der Bundesrepublik Deutschland und Chef der Sozialdemokraten, Sigmar Gabriel, im August 2015 Kritiker an der unkontrollierten Einwanderung kulturfremder, junger Männer öffentlich und unter Beifall als „Pack und Mob, das eingesperrt werden“ müsse, beschimpfen konnte. Als der demnächst durch eine weitere Fehlbesetzung abzulösende Bundespräsident Joachim Gauck Deutschland zum „Einwanderungsland“ deklassierte und jene, die dagegen ihren Widerspruch laut werden ließen, als „Dunkeldeutsche“ verunglimpfte. Als jener beste Wahlhelfer der extremen Systemgegner, Ralf Stegner, der sich nach eigenem Bekunden „von der Rechten noch nie“ hat einschüchtern lassen und immer noch das deutsche Asylrecht mit dem Rechtsanspruch auf unkontrollierte Invasion zu verwechseln scheint, Kritiker pauschal als Verfassungsfeinde diffamierte. Als die Bundespolitiker von Wagenknecht bis Merkel, Hofreiter bis Oppermann die letztverbliebene Stimme einer wenn auch zu zögerlich vorgetragenen Vernunft aus dem schönen Bayernland als „Wegbereiter der Rechten“ auszugrenzen suchten.
Plötzlich mutieren sie, die dem blöden Michel – was laut Stegners Twittermeldungen zumindest jeder Deutsche sein muss, der auch nur mit dem Gedanken spielt, seine Stimme für die AfD abzugeben – seit dem Spätsommer 2015 die Mär vom immer guten Flüchtling und vom demokratischen Islam erzählen, selbst zu jenen Rechtspopulisten, die sie vor wenigen Tagen am liebsten noch kollektiv in gedankliche Sicherheitsverwahrung genommen hätten. Seit jenem vorhersehbaren Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt frönt die Berliner Politik in einem neuen Sicherheits-Wettbewerb der verbalen Härte der politischen Rechten.

Der Eskimokönig aus dem hohen Norden

Beginnen wir beim Wählergift Stegner – denn selbstverständlich ist wie immer in der Geschichte und bereits durch Sahra Wagenknecht dokumentiert der Weg vom Linkspopulisten zum Rechtspopulisten der kürzeste. Innerhalb nicht einmal eines Tages dokumentiert Stegners Twitter-Account einen erstaunlichen Sinneswandel. Noch am Vormittag des 28. Dezember des vergangenen Jahres verkündete er – wie immer mit der Attitüde des Schreiers auf dem Fischmarkt – lauthals: „Was uns von der CDU unterscheidet ist: Wir wollen keine Politik gegen Flüchtlinge, keinen Generalverdacht, keine Schikanen, keine Abschiebehaft.“
Das war noch so richtig auf der Linie der Taka-Tuka-Land-Träumer, die vor keinem Klassiker halt machen und Pippi Langstrumpfs Papa, den „Negerkönig“, mit ihrer Sprachzensur ab 2009 durch einen „Südseekönig“ hatten ersetzen lassen und seit geraumer Zeit verzweifelt daran arbeiten, wie bei Karl May die Neger zu Farbigen gemacht werden können, die ohne Verwechselungsgefahr mit den anderen Farbigen von Rot bis Gelb doch noch die Unterscheidung zum bereits vor über 100 Jahren auf dem Index stehenden „Nigger“ ermöglichen.
Doch als die ungekrönte Königin von Taka-Tuka-Land, die linksgrüne Gesinnungstäterin Simone Peter, dann gleichen Tages Kritik an den plötzlichen Forderungen nach „neuen Gesetzen“ zurückwies, mutierte der Eskimo-pardon: der Nordseekönig Stegner vom Links- zum Rechtspopulisten und zwitscherte zurück: „1.Mehr Polizei 2. Effektive Rückführungsabkommen mit Nordafrika 3. Gefährder, deren Asylantrag abgelehnt ist in Abschiebehaft halten.“
Das war mit der angedeuteten, wenig artgerechten Abschiebehafthaltung dann doch schon mehr als eine 540-Grad-Pirouette selbst dann, als Stegner noch an seinem No-More-Laws-Gezwitscher festhielt. Morgens noch dagegen, nachmittags dann dafür. Das böse rechte Gedankengut, von der aus Stegners Sicht verfassungsfeindlichen AfD vorgetragen und von der rechtsauslegenden CSU supportet, wurde innerhalb weniger Stunden hoffähig und nur noch mühevoll mit dem Hinweis auf die „Gefährder“ kaschiert.

Die Übersprungshandlung des verwundeten Stiers

Der Bundesminister des Inneren, jener, welcher die Bundeswehr abschließend an die Wand gefahren hat und Deutschlands Abwehrbereitschaft in die begrenzt militärerprobten Hände einer Herrenreiterin aus dem niedersächsischen Landadel übergeben musste, fand in dem Attentat von Berlin nun den Anlass, die Binnenstruktur deutscher Sicherheit grundsätzlich neu erschaffen zu wollen. Doch nicht nur, dass man sich fragt, wieso es erst eines Anschlages bedurfte, um Grundsätzliches zu denken – das Ding hatte auch sonst mehr als nur einen Haken.
Der Berufspolitiker Thomas deMaiziere gilt mittlerweile nicht mehr nur in Berliner Politikkreisen als Versager auf allen Ebenen – weshalb sein plötzlicher Vorstoß eher als die Übersprungshandlung eines schwer verwundeten Arena-Stiers betrachtet wurde denn als ernstzunehmender Beitrag zur Sicherung der Bürger vor den Folgen des kontinuierlichen Staatsversagens. Mehr noch aber hatte es jener Technokrat, dem immer schon der Hautgout des etwas rechteren unter all den Berliner Unionslinken anhing, ohne Rücksprache mit den Landesfürsten von Union und Sozialdemokratie gewagt, mit der Erklärung des Staatsversagens seiner Bundesdienste nunmehr auch das Versagen der entsprechenden Landesdienste zu dokumentieren. Denn wenn mangelnder Datenaustausch und fehlende Abstimmung den Mordanschlag vom Breitscheidplatz erst haben möglich werden lassen, dann liegt das Staatsversagen nicht nur beim Bundesinnenminister, sondern eben auch bei den Ländern. Daran hatte man sich zwar spätestens seit den zu vertuschenden Unsäglichkeiten des nordrheinisch-westfälischen Oberjägers in Sachen Kölnsilvester 2015/16 bereits gewöhnt – aber die Bestätigung von ganz oben, und noch dazu pauschal über alle Länder ausgeschüttet, das ging dann doch zu weit.
Wie immer dem auch sei: Immerhin hat sich damit nun auch deMaiziere eine Anwartschaft auf den Rechtspopulisten des Monats gesichert. Wobei: Gegen seine Konkurrenten aus der Sozialdemokratie wird er vermutlich chancenlos bleiben.

Von Hasen und Igeln

Wie schnell man vom Anti-Rechtspopulisten-Populisten zum Linksrechtsmittendrin-Populisten wird, dokumentierte auch der Minister der Justiz. Jener, der als Speerspitze wider den rechten Populismus die juristisch nicht legitimierte Ersatzstaatsanwaltschaft der Ex-Stasi-Mitarbeiterin Kahane mit gut gefüllten Geldsäckeln aufs denunziatorische Gleis gesetzt hatte, gestand bei der ARD ein, dass „in der Politik jeder versucht, sich zu profilieren.“ Und legte ganz populistisch, den Fußstapfen der gestern noch geschmähten, demokratiefeindlichen „Rechtspopulisten“ folgend, nach: „Die Leute wollen, dass wir Probleme erkennen und handeln. Und damit wollen wir jetzt anfangen.“
Bahnt sich da ein Hase-und-Igel-Wettbewerb zwischen dem Linkspopulisten Heiko Maas und dem noch nicht ganz so Rechtspopulisten deMaiziere an? Wer wird der erste sein, der dort ankommt, wo andere schon lange sind? Wer ist der Igel, wer der Hase, wenn es darum geht, unsere Demokratie wieder auf die Beine von staatlich garantierter Sicherheit, Gewaltenteilung und Meinungsfreiheit zu stellen?

Vom Pack zum Erzengel des Anti-Islamismus

Werfen wir nun noch einen Blick auf jenen Sigmar Gabriel, der in diesem Herbst die an Kernschmelze leidende SPD mit allen Mitteln an den lukrativen Trögen der Macht halten soll.
Am ersten Freitag des noch jungen Jahres 2017 rief er über das verzweifelt um sein Selbstverständnis und Werbeeinnahmen ringende Magazin DER SPIEGEL auf zum „Kulturkampf gegen Islamismus und Terrorismus“. Vollmundig verkündete der Spitzenkandidat der SPD in spe: „Salafistische Moscheen müssen verboten, die Gemeinden aufgelöst und die Prediger ausgewiesen werden, und zwar so bald wie möglich.“
Ob der nun tatsächlich zum Erzengel wider den Antichristen der Johannes-Briefe mutierende Gabriel das mit Ajman Mazyek abgesprochen hat? Jener Berufsfunktionär, der sich als Sprachrohr aller in Deutschland weilenden Muslime geriert, plädiert seit je dafür, jegliche Kritik an jenem im siebten nachchristlichen Jahrhundert in der arabischen Wüste erdachten Imperialismuskonzept als „Rassismus“ im Sinne des Gottes der Scharia unter den Bann einer anti-demokratischen Rechtspflege zu stellen. Oder hat Gabriel seine Genossin Özoguz gefragt, die als Desintegrationsminister vom Bock zum Gärtner gemacht wurde und gemeinsam mit dem scheidenden Bundespräsidenten dafür wirbt, die Bundesrepublik zu einem „Einwanderungsland“ für vorrangig aus dem islamischen Kulturkreis einreisende, zumeist männliche Personenkreise umzufunktionieren?
Er hätte es vielleicht tun sollen. Denn der Salafismus ist nichts anderes als die wortgetreue Auslegung des Koran, jenem die von ihm islamisch Unterworfenen entindividualisierenden Gesellschaftskonzept, das mittlerweile nicht nur von Gabriels Geschäftspartnern im Scharia-gestrengen Sa’udi-Arabien propagiert und von dort wie das Öl in alle Welt exportiert wird. Der Salafismus beziehungsweise Wahabismus ist jenes fundamentalistische Verständnis des Mohamedismus, das in absoluter Übereinstimmung mit den Worten ihres Erfinders jeden „Ungläubigen“ zum todeswürdigen Feind erklärt und unabhängig von allen muslimischen Liberalisierungsversuchen seit nunmehr rund 1400 Jahren erfolgreich die Weltübernahme durch die Klerikaldiktatur vorantreibt.

Hat jemand den Erzengel beraten?

Hat irgendein kluger Islamkenner, der sich anders als jene in den Talkshows den islamischen Siegeszug kaschierenden Propagandisten tatsächlich und unvoreingenommen mit Inhalt und Geschichte des Islam beschäftigt hat, diesem Gabriel erklärt, dass das fundamentalistische Islamverständnis der Salafisten keine „Sekte“ repräsentiert, sondern von den Philippinen bis Marokko das Denken der Muslime prägt? Weiß der Erzengel, dass jene von der türkischen Religionsbehörde als fünfte Kolonne nach Deutschland geschickten Imame nicht nur dem türkischen Ethnoislam frönen, sondern in der salafistischen Tradition der Muslimbrüder stehen?
Denkt Gabriel seine Forderung konsequent zu Ende und reißt er sich den Nebel der Islam-Verklärung aus der Sichtachse, dann wird er nach seiner Ankündigung kaum umhin kommen, das Gros der in Deutschland betriebenen Moscheen und Moschee-Vereine zu verbieten und die Gemeinden aufzulösen. Das aber wird kaum die Intention eines Parteivorsitzenden sein können, dessen Organisation seit Jahren von Muslimen genutzt wird, um ihr Gedankengut gezielt in der deutschen Gesellschaft zu verankern. Weshalb die Feststellung unumgänglich ist, dass Gabriel immer noch nicht verstanden hat, wovon er redet, und seine vollmundigen Ankündigungen, die sich in konsequenter Ausführung kaum von jenen Zielen unterscheiden, die das von Gabriel geschmähte „Pack“ dereinst gefordert hatte, nichts anderes sind als populistische Sprechblasen.
Da erübrigt sich nun auch fast schon der Blick auf all die anderen Rechtspopulisten, die sich urplötzlich aus dem linkspopulistischen Lager heraus profilieren und wie der Gabriel-Adlatus Thomas Oppermann von Abschiebehaft bis Fußfessel jenen Vorstellungen hinterher zu laufen suchen, die die CSU nun schon seit zwei Jahren vertritt.

Die geschmähte Kritik aus Taka-Tuka-Land

Wobei – ein kurzer Blick auf die ungekrönte Südseekönigin von Taka-Tuka-Land sei mir noch gegönnt.
Angesprochen auf ihre mehr als dümmliche Rassismus-Kritik an der Polizei, die zum Jahreswechsel 2016/17 eine Neuauflage der islam-kulturellen Nafri-Party auf dem Kölner Domplatz verhinderte, beschwerte sich Simone Peter bei der ARD lauthals darüber, wegen ihres rassismophilen Denkautomatismus hart und ungerecht einem völlig unerwarteten, öffentlichen Shitstorm ausgesetzt gewesen zu sein.
„Dass Kritik nicht mehr möglich ist in diesem Land …“ jammerte die Taka-Tuka-Queen und versuchte sich mit dem entlarvenden Hinweis zu rechtfertigen, dass sie für ihre „Kritik“ lediglich den falschen Zeitpunkt gewählt habe.
Fast wäre man als jemand, der ständig wegen seiner Kritik an den Unkritisierbaren im Kreuzfeuer steht, versucht, laut „Willkommen im Klub“ zu rufen – wären es eben nicht unbelehrbare Triebtäter der politischen Intoleranz gegenüber Andersdenkenden wie eben jene Peter gewesen, die eine Stimmung der öffentlichen Denunziation und der selbstreferenzierenden Hilfssheriffs derart aktiv befördert haben, dass der öffentliche Pranger mittlerweile zum festen Inventar der asozial-medialen Wirklichkeit gehört. Aber so ist das wohl, wenn man zum ersten Mal in seinem Leben wahrnehmen muss, dass der linke Uterus der erträumten Pippi-Langstrumpf-Republik, in dem man sich so wohnlich eingerichtet hatte, Risse bekommt.

Die Überholmanöver der Populistenmutanten

Erschreckend bleibt bei all dem die Erkenntnis, dass offenbar erst zwölf Menschen tot auf einer Berliner Feiermeile liegen müssen, bevor die in ihrem Taka-Tuka-Land verbarrikadierten Eskimokönige und Südseeköniginnen der großen Politik das begreifen, was in kritischen Medien seit Jahren als unvermeidbar dargelegt wurde.
Statt die fundierte Kritik ernst zu nehmen und als allerersten Schritt diese idiotische Flüchtlings-Gleichmacherei von Asylberechtigten, Wirtschaftsmigranten und illegalen Invasoren zu beenden, rettete man sich damit, all jenes, was man nicht hören wollte, als „rechte Propaganda“ zu verdammen und nach der Sprach- dann auch noch die Gedankenpolizei zu etablieren.
Da nun allerdings galt und gilt ausnahmsweise ein Satz, den ich in leichter Abwandlung vom obersten Populistenmutanten Stegner übernehmen darf: „Politische Anfeindungen und Dauerschmähkritik tangieren mich nicht besonders – sie sind der Preis für politische Haltung.“
Stimmt, Herr Linksrechts-Oberpopulist Stegner: Dieses dicke Fell, das bei Ihnen offensichtlich nur eine Folge adoleszenter Fehlprägung und mangelnder Weiterentwicklung ist, habe ich mir als nach den Hintergründen und Ursachen politischer Irrwege Suchender bereits während meines Studiums zugelegt. Zu einer Zeit, als linke Ideologen, die später dann beispielsweise Verwaltungskarriere machen sollten, mehr als klammheimlich darüber philosophierten, dass am besten alles, was rechts von ihrer menschenverachtenden Ideologie steht, mit Stumpf und Stiel auch physisch zu vernichten sei.
Wie schnell man trotz allem als konservativer Liberaler von ganz Links rechts überholt werden kann – dass hat mich schon vor Jahren fasziniert, als ich den Lebensweg jenes Stefan Aust verfolgte, den ich als Kurzzeit-Lehrbeauftragten an der Uni Hamburg kennenlernen durfte zu einer Zeit, als für ihn die Sendung „Panorama“ des Peter Merseburger noch zu rechtslastig war und er ein anti-linkes Meinungsdiktat nebst Denkverbot in den bundesdeutschen Medien anprangerte.
Manches scheint darauf hinzudeuten, dass derzeit nun andere ganz oder nicht ganz so linke Linke die rechte Überholspur nutzen möchten, um ihrer Schwindsucht zu entkommen.
Vielleicht aber sei in diesem Zusammenhang einfach nur ein Satz zitiert, den in unserer Republik der letzte Chef der Union der sozialistischen Räterepubliken populär gemacht hat: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“ Das musste zu seinem Leidwesen schon der Linke Saarländer und Verfechter einer sozialistisch gelenkten Mediokratie, Erich Honecker, erfahren. C’est la vie.
©2017 spahn

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