Die Reportage – ein Auslaufmodell aus der Frühzeit der Massenkommunikation

Sagt Ihnen, liebe Leser, der Name John Rowlands etwas? Nein? Nun, dieser später weltberühmte Mann wurde am 28. Januar 1841 im walisischen Denbigh als „Bastard“ geboren. So nannte man seinerzeit Kinder, deren Mütter unverheiratet und deren Väter offiziell unbekannt waren. 1858 verließ der junge Mann nach prägenden Stationen in einem Arbeitshaus, im dem er ständiger,…

Neue Peinlichkeiten in Sachen Spiegel-Skandal

Eine Krähe pickt der anderen kein Auge aus. Das dürfte vermutlich das einzige sein, was einem neutralen Beobachter zu einem Twitter-Tweet einfällt, den Ex-Stern-Chefredakteur Andreas Petzold zur Affäre Relotius abgelassen hat. Mit Datum 21. Dezember 1.24 PM echauffierte er sich gänzlich unkontrolliert: „dass sich ausgerechnet @Richard Grenell, Statthalter und Jünger des größten Lügenbarons der Nachkriegsgeschichte,…

Weshalb DER SPIEGEL nichts lernen wird

Eigentlich wollte ich mich aus dem „Fall Relotius“ raushalten. Eigentlich. Doch dann las ich erst die Eloge des Spiegel-Redakteurs Ulrich Fichtner, dann den Selbstverteidigungsversuch der Chefredakteure Steffen Klusmann und Dirk Kurbjuweit. Und dann war es vorbei mit dem guten Vorsatz. Vorab vielleicht einige Zeilen zur Historie. Nein, nicht der Historie des SPIEGEL-GAUs, sondern der, wie…

Lehren für die Unbelehrbaren

Was immer die Wähler am heutigen Wahlabend entschieden haben mögen: Wäre unsere Demokratie ein lebendiges Wesen, so hätte sie aus dem zurückliegenden Wahlkampf einiges lernen können. Und weil sie als lebendiges Wesen um ihrer Überlebensfähigkeit willen lernfähig sein müsste, wäre es nunmehr dringend an der Zeit, die Lehren aus dem zu ziehen, was sie in…

Deutschland – die zerstörte Identität

Sagt Ihnen, liebe Leser, der Begriff „Dybbøl“ etwas? Nein? Gut, machen wir es etwas leichter. Wie wäre es mit „Düppel“? Auch nicht? Versuchen wir es doch einmal mit Königgrätz. Keine Idee? Kennen Sie vielleicht unter seinem gegenwärtigen Namen Hradec Králové? Naja, wohl eher nicht. Aber dann doch Weißenburg, Wörth oder Spichern? Nun, wenn Sie zufällig…

Tribalismus und Reichsidee – die Totengräber der EU

Wir können es an jedem Wochende beobachten: Menschen gleich welcher sozialen Schicht suchen nach Identität. Nicht wenige finden diese dadurch, dass sie sich lächerlich wirkende Bekleidungsgegenstände wie Kriegsbemalungen überstreifen: Manche in rot, andere in gelb-schwarz, wieder andere in blau oder blau-weiß oder grün oder sonstwie. Gemeinhin nennt man diesen Karneval der Abgrenzung Vereinsfarben – entlehnt…